Spitzmäuse im Garten – Spitzmäuse fangen oder nicht?

Spitzmäuse im Garten

Sie haben in Ihrem Garten Spitzmäuse entdeckt und möchten diese nun mit Hilfe einer Mausefalle * fangen? Das sollten Sie sich nochmal überlegen. Denn Spitzmäuse sind in Wirklichkeit gar keine Mäuse, wie es ihr Name „SpitzMAUS“ suggeriert. Sie zählen wie der Maulwurf und der Igel zu den Insektenfressern. Im Gegensatz zur Wühlmaus

fressen Sie daher keine Wurzeln von Beerensträuchern oder jungen Obstbäumen und machen sich auch nicht an Knollen- oder Wurzelgemüse zu schaffen. Spitzmäuse können (speziell im Garten) somit nicht gerade zu den Schädlingen gezählt werden. Ganz im Gegenteil, Spitzmäuse fressen vorrangig Schnecken, die sich unter anderem über ihren Salat hermachen, Regenwürmer, Insekten und Insektenlarven. So gehört beispielsweise auch die Maulwurfsgrille auf ihren Speiseplan, welche sich unter anderem von Wurzeln ernährt und somit für Schäden in Ihrem Garten sorgen kann. In seltenen Fällen, ernähren sich Spitzmäuse sogar von Wühlmäusen.

Spitzmäuse im Garten fangen

Sie möchten die Spitzmäuse fangen, obwohl sie nicht als Schädlinge gelten. Hier kann ich Sie nur auf das Tierschutzgesetz hinweisen. Laut Tierschutzgesetzt §4 ist das Töten von Wirbeltieren in Deutschland nicht erlaubt, wenn es sich dabei nicht um Schädlinge handelt. Das Tierschutzgesetz können Sie auf dem Juristischen Informationssystem für die BRD nachlesen. Warum sollten Sie in Ihrem Garten den kleinen Insektenfresser auch loswerden wollen. Zum einen ist er nützlich, da er selbst Schädlinge „bekämpft“, zum anderen ist er so scheu, dass Sie ihn so gut wie nie zu Gesicht bekommen werden.

Spitzmaus im Haus fangen

Eine Spitzmaus hat sich in ihr Haus verirrt und Sie wollen sie wieder loswerden? Hier bietet sich an, die Spitzmaus mit einer Lebendfalle* zu fangen und anschließend auszusetzen. Dabei sollten Sie immer genug von dem Köder in der Falle platzieren. Spitzmäuse haben einen sehr schnellen Stoffwechsel und benötigen sehr viel energiereiche Nahrung. Das bedeutet, Sie müssen die Lebendfalle mehrmals täglich kontrollieren, da der kleine Insektenfresser auf ständige Nahrungszufuhr angewiesen ist. Bei 800 bis 1000 Herzschlägen pro Minute ist das allerdings kein Wunder. Bedingt durch den schnellen Stoffwechsel der kleinen Säuger entsteht schnell viel Urin und Kot. Hierdurch kann es zu einer Geruchsbelästigung im Gebäude kommen. Im Normalfall ist der Befall in einem Haus nicht größer als zwei ausgewachsene Tiere, auch wenn es den Anschein hat, dass es mehr sind. Da es sich bei den Spitzmäusen nicht um Nagetiere sondern Insektenfresser handelt, entstehen in der Regel keine Schäden an Lebensmittelvorräten. Beim Fang mit Lebendfallen sind deshalb andere Köder zu wählen. Hier wäre eher ein „fleischiger“ Köder, wie etwas Leberwurst (leicht riechbar), angebracht.

Spitzmäuse aussetzen

Die Spitzmäuse können Sie entweder etwas weiter weg (>1km), oder in Ihrem Garten, wieder frei lassen. Sollten Sie sich dafür entscheiden, den Insektenfresser in ihrem Garten anzusiedeln, sollten sie zunächst alle potentiellen Eintrittsstellen dieser finden und versiegeln. Dies können Spalten unter der Tür, Rohr- und Kabeldurchlässe, dauerhaft gekippte Fenster oder Ähnliches sein.

Spitzmäuse als Krankheitsüberträger

Im Gegensatz zu Hausmäusen, Rötelmäusen oder anderen Mäusearten, spielt die Spitzmaus als Krankheitsüberträger eine untergeordnete Rolle. Sie kann jedoch von Parasiten, wie Milben oder Zecken, befallen sein.

Fazit

Spitzmäuse sind Insektenfresser und keine Nagetiere. Sie ernähren sich von anderen Schädlingen, wie Schnecken und Maulwurfsgrillen und haben somit sogar einen Nutzen. Zudem ist das Töten von Wirbeltieren verboten, wenn es sich nicht um eine Schädlingsbekämpfungsmaßnahme handelt. Freuen Sie sich lieber darüber, wenn Spitzmäuse den eigenen Garten bewohnen. Jedoch ist darauf zu achten, dass diese keine Gelegenheiten haben, in ihr Haus einzudringen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.