Hantavirus – Hohe Infektionszahlen 2017

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Hohe Zahl an Infizierten durch das Hantavirus

In diesem Jahr gab es bis dato eine relativ hohe Zahl an Hantavirusinfektionen. Alleine in Bayern gab es bis zum 26.06.2017 schon 155 gemeldete Erkrankungen durch das Hantavirus1. Deutschlandweit gab es bis Ende April bereits 350 gemeldete Fälle, im gesamten Vorjahr waren es lediglich 282 Fälle2. Dies liegt wohl daran, dass es dieses Jahr besonders viele Rötelmäuse gibt, welche als Hauptüberträger angesehen werden können. Allerdings können auch andere Mäusearten und auch Ratten Überträger dieses Viruses sein.

Wie übertragen Mäuse und Ratten Hantaviren?

Hantaviren werden durch den Speichel, Kot und Urin von infizierten Mäusen und Ratten übertragen. Das bedeutet, dass die Nager das Hantavirus zum einen durch Bisse übertragen können, da der Hantavirus im Speichel vorhanden ist, zum anderen kann eine Infektion auch indirekt hervorgerufen werden. Hat man Mäuse oder Ratten im Haus oder Garten, hinterlassen diese auch Kot. Wenn man mit diesem in Kontakt kommt, sei es durch die Gartenarbeit oder durch das Putzen im Haus, können die Viren übertragen werden. Auch wenn der Kot schon vollkommen ausgetrocknet ist, ist nicht auszuschließen, dass sich dort noch aktive, krankheitserregende Hantaviren befinden. So kann es auch sein, dass Hantaviren durch aufgewirbelten Staub eingeatmet werden können, wenn dieser mit Exkrementen von Mäusen oder Ratten kontaminiert ist. Auch Lebensmittel, welche mit dem Kot oder Urin der Nager in Kontakt gekommen sind, können ein Risiko darstellen.

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Wie kann ich mich vor einer Infektion durch das Hantavirus schützen?

  • Mäuse und Ratten nicht in die Enge treiben. Im Normalfall bekommt man die Nagetiere gar nicht zu Gesicht, da es sehr scheue Tiere sind. Sollte es jedoch trotzdem vorkommen, dass sich ein solches Nagetier in einer ausweglosen Situation befindet und nicht vor Ihnen fliehen kann, besteht die Möglichkeit, dass es versucht Sie anzugreifen. Deshalb sollten Sie nicht versuchen Mäuse oder Ratten zu jagen und womöglich noch mit ihren Händen zu fangen. Finden Sie sich versehentlich in einer Situation, bei der sich ein solches Nagetier in die Enge getrieben sieht, sollten Sie sich langsam von dem Tier wegbewegen. Um die Tiere loszuwerden sollten Sie jedoch Maßnahmen wie beispielsweise Schlagfallen oder Lebendfallen in betracht ziehen
  • Sie haben oder hatten einen Mäuse- oder Rattenbefall in Ihrem Haus oder der Scheune und wollen nun den Dreck beseitigen, welche die Schadnager hinterlassen haben? Auch hier kann der aufgewirbelte Staub für eine Infektion mit dem Hantavirus sorgen. Es macht Sinn, die Exkremente der Tiere leicht zu befeuchten. Dadurch wird wesentlich weniger Staub aufgewirbelt. Staubsauger sollten hier nicht eingesetzt werden, da sich diese zu regelrechten Virenschleudern entwickeln und diese im ganzen Raum verteilen. Benutzte Lappen sind natürlich nach dem Putzen zu entsorgen und die Hände sollten gründlich gewaschen werden. Im Falle von aufgewirbelten Staub, sollte danach auch in jedem Falle geduscht werden, da man sonst die Hantaviren mit ins eigene Bett nimmt. Beim Putzen kann es sinnvoll sein Einweghandschuhe und gegebenenfalls eine Atemschutzmaske der Klasse FFP3 zu tragen. Dies ist vor allem beim Reinigen nach einem großen Befall der Nagetiere ratsam.
  • Beim Entfernen von toten Mäusen oder Ratten gibt es auch einiges zu beachten, um sich selbst vor Hantaviren zu schützen. Auch hier ist es ratsam Einweghandschuhe * zu tragen. Zudem sollten die Tiere in einem verschließbaren Plastikbeutel entsorgt werden. Mit etwas Geschick, kann man den toten Nager auch mit solch einer übergestülpten Plastiktüte aufheben und entsorgen, ohne das Tier zu berühren. Nichts desto trotz gilt auch hier: Hände waschen nicht vergessen. Schlagfallen aus Holz * sollten nur einmal genutzt werden und zusammen mit der Maus entsorgt werden. Lebendfallen * oder Schlagfallen aus Plastik * können gereinigt und nochmals verwendet werden.
  • Sollten es sich Mäuse oder Ratten bei Ihnen in der Lebensmittelkammer gemütlich gemacht haben, sollten Sie offene und angeknabberte Lebensmittel entsorgen. Diese könnten auch mit Exkrementen der Tiere in Kontakt gekommen sein. Lebensmittel aus dem Garten sollten Sie immer gut abwaschen, denn auch hier können die Pflanzen mit den Nagetieren in Kontakt gekommen sein.
  • Ein Befall von Mäusen oder Ratten sollte schnellstmöglich bekämpft werden, um die Population der Krankheitsüberträger möglich gering zu halten. Hierzu eigenen sich Schlag- oder Lebendfallen, sowie bei größerem Befall auch Giftköder, welche durch einen Fachmann ausgelegt werden.
  • Der beste Schutz für Mensch und Tier sind vorbeugende Maßnahmen. Wenn man ein paar Dinge beachtet, kommt es gar nicht zu einem Befall durch Nagetiere, wodurch keine Mäuse oder Ratten getötet werden müssen und keine Gefahr für den Menschen besteht. Dies wurde ausführlich im Artikel “Anlocken von Mäusen und Ratten vermeiden” beschrieben.

    Woran erkenne ich ob ich mit Hantaviren infiziert bin?

    Es gibt verschiedene Typen von Hantaviren und diese lösen verschiedene Symptome aus. Die Hantavirustyp, welcher in Deutschland zu finden ist, löst hohes Fieber aus. Des Weiteren kann es zu Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Beschwerden des Magen-Darm-Traktes und sogar zu Nierenversagen kommen. In seltenen Fällen kann eine Infektion mit dem Hantavirus tödlich enden. Sollten Sie in direkten oder indirekten Kontakt mit Mäusen oder Ratten gekommen sein, und solche Beschwerden haben, sollten Sie direkt einen Arzt aufsuchen. Eine Infektion mit dem Hantavirus ist in Deutschland seit 2001 meldepflichtig. Erste Beschwerden sollten nach ca. 2-4 Wochen einsetzen.

    (1Quelle: Bayerisches Landesamt für
    Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/hantavirus/ abgerufen am 03.07.2017)

    (2Quelle: Robert Koch Institut, https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/20_17.pdf?__blob=publicationFile abgerufen am 03.07.2017)

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